Wir sind auch ein bisschen Luther…

Seit diesem Jahr steht in der Dresdner Heide an der Luther-Eiche, gleich neben dem Luther-Denkmal von 1917, eine neue Holzbank mit einer Aufschrift, die prima zu unseren letzten Wochen passt:

„Auf böse und traurige Gedanken gehört ein gutes, fröhliches Lied und freundliche Gespräche.“ – na klar, von Luther!

Von bösen und traurigen Gedanken war natürlich nichts zu spüren, aber gleichwohl laufen alle Chormitglieder auch nur in irgendeinem Hamsterrad.

Aber nun mal ganz von vorn: Anfang des Jahres träumte unser Chorleiter Clemens einen Tagtraum. Ob wir nicht mal Lust verspürten, einen Choraustausch zu probieren. Da gäbe es einen Chor in Erfurt…

Ich kann mich an unsere sofortige Reaktion nicht mehr erinnern. Ablehnung war es jedenfalls nicht! Clemens war da sicher in seinen Gedanken schon viel weiter. Vielleicht stand ja schon das Programm. Zuzutrauen ist ihm da so manches.

Nun fand sich auch freiwillig ein unschuldiges Sopran-Mädchen, nennen wir es Sandy, welches unvorbelastet die Hand hob, als es an die Organisation ging (Aufatmen beim restlichen Chor).

Je näher der geplante September kam, um so mehr häuften sich die Doodles und Mails. Alle wussten, der Erfurter Chor rotiert ebenso. Anreise, Unterkunft, Verpflegung, Auftrittsort, Pianist, Werbung, Gastgeschenke usw. für jeweils 25 Chormitglieder zu organisieren, macht man nicht jeden Tag. Sandy und Clemens, das war ’ne Meisterleistung!

Aber mit der Aufregung stellte sich zum Glück auch eine große Vorfreude ein. Ausgelassen haben wir am 08. September auf Heikes 50. Geburtstag in einer gemütlichen Erfurter Kneipe angestoßen. Nicht ohne Ständchen. Für „Tourdion“ braucht keiner mehr die Noten.

Spät ins Bett, früh zum Frühstück und auf in die Schottenkirche. Und immer ging es durch die herrliche Erfurter Innenstadt. Wir waren des Lobes voll (Clemens, sieh uns die fortwährende Schwärmerei bitte nach!).

„Collegium cantat“ probte schon in der wunderbaren Kirche, welche auf das 11. Jahrhundert zurückgeht. Man ist in einer solchen Atmosphäre ganz von allein still. Unsere ersten Probentöne waren dann sicher auch noch etwas vorsichtig. Nicht alle Tage hat man die Möglichkeit in so einer wohlklingenden Akustik zu singen.

 

 

 

 

 

Es wurde ein wunderbares Konzert. Ein besonders schönes Klangerlebnis waren für uns alle die drei gemeinsam gesungenen Stücke. Wenn ein Chor mit 50 Sängern Stücke wie „Verleih uns Frieden“ (Mendelssohn), „Cantique de Jean Racine“ (Fauré) und Abendlied (Reinberger) vorträgt, ist das selbst für die Sänger ein sehr eindrucksvolles Erlebnis.

Eine gut gefüllte Kirche und ein herzlicher Applaus waren der Lohn für viele Wochen und Wochenenden Probenarbeit.

Unsere Erfurter Chorfreunde hatten nach dem Konzert ein famoses Buffet aufgebaut. Nun, da sich die Spannung erst mal gelegt hatte, war das eine willkommene Überraschung. Und noch viel anregender waren die vielen guten Gespräche, welche sich mit den Erfurtern ergaben.

Clemens hat uns, nunmehr gut abgefüttert, seine Stadt noch einmal in einer Nachtwanderung vorgestellt. Thema: Als ich ein kleiner Junge war. Wir waren beeindruckt und sind es weiter. Also noch einmal, Erfurt ist eine herrliche Stadt!

 

Nach diesem Wochenende kam der Endspurt. Die letzten Vorbereitungen für den Auftritt in unserer Stadt. Nicht ohne Schwierigkeiten hatten wir einen schönen Auftrittsraum in der Apostelkirche in Dresden-Trachau finden können. 900 Jahre jünger und mit einer völlig anderen Akustik. Und es gab noch so viel zu tun. Wie ein Bienenstaat funktionierte der Chor. So wurde auch dieser Auftritt ein gelungenes Erlebnis.

 

Dann war Stärkung in der „Rudolphia“ angesagt. Bei bester Stimmung konnten auch hier wiederum schöne und anregende Gespräche geführt werden. Und bei Gesprächen ist es nicht geblieben. Was wäre das für ein Chortreffen, wenn nicht bei jeder Gelegenheit gesungen wird. Es war von einem richtigen kleinen Wettkampf die Rede ;-).

Sandy führte am Sonntag noch ein Chorhäufchen aus Erfurt in ihr Arbeitsreich im Hygienemuseum.  Ihre Spielwiese ist sonst die Kinderausstellung des Museums. Aber hier konnte sie auch die Erwachsenen begeistern. So mancher war das letzte Mal im Kindesalter im Hygienemuseum („Kundi“ lässt grüßen). Es ergaben sich auch hier wieder   spannende und schöne Gespräche.

Nach 2 Wochenenden gemeinsamer Arbeit und Freizeit waren beide Chöre sehr angetan von diesem Experiment und möchten den Kontakt zueinander nicht gern verlieren!

Ja, und hier schließt sich nun der Kreis zu den eingangs zitierten Worten Luthers. Denn genau darum ging es: gutes, fröhliches Lied und freundliche Gespräche.

(PS: Clemens hat schon neue Pläne. Es gibt da so einen Chor…)
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Menü: Hecht an Zitrone

Das war ja mal ein Auftritt, welcher schon als romantisch bezeichnet werden konnte.

Die St. Pauli Ruine präsentierte sich zur Erleichterung des Chores als eine vergleichsweise kühle und ruhige Auftrittsstätte. Erinnerungen an vergangene Hechtfeste waren bei uns allen präsent: bei gefühlten 40° in der St. Pauli Ruine langsam zerfließend oder mit einem (nicht zum Chor gehörenden) Background von E-Gitarren und Bässen mitten im Getümmel auf einer Bühne.

Der Einstieg über die Einladung mit „Vecchie letrose“ auf der Treppe vor der Ruine in strahlender Sonne bot einen herrlichen Einstieg.

 

Indes schienen die Techniker von der Romantik noch nicht ganz so ergriffen zu sein oder sie waren mehr damit beschäftigt, die Mikros wirkungsvoll zum Einsatz zu bringen.

 

 

 

Unbeeindruckt davon präsentierten wir dem Publikum Teile unseres aktuellen Programms, welches sich aus aktueller Musik und klassischen Stücken zusammensetzte.

 

 

Und, wie um uns zu umgarnen, flatterte die Zeit des Auftritts ein Zitronenfalter um den Chor und das Publikum. Schönere Bilder können von einem ChBildergebnis für zitronenfalter bilderorauftritt nicht zurückbleiben.

 

 

 

In den nächsten Wochen versuchen wir uns mal an einem etwas anderen Projekt, genannt Chortausch. Dazu werden wir mit einem Erfurter Chor ein gemeinsames Programm erarbeiten und dieses in Erfurt und am

Samstag, dem 16. September in der Dresdner Apostelkirche (

präsentieren. Wir sind gespannt über das Ergebnis und freuen uns sehr über Gäste!

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Sandstein, Schweiß und Gesang

Schöner kann ein Tag in den Schrammsteinen nicht sein: Früh raus ;-), die Chorfreunde häppchenweise mit der S-Bahn einsammeln und mit Noten und Proviant in die Berge.

Verwunschene Pfade

Zugegeben, über die Route wurde nur am Rande informiert, aber genauso wie Clemens uns anspruchsvolle Stücke unterjubelt, klappt das auch mit Wanderungen im Elbsandstein.  Aber ein gewisser Stolz nach dem Gekraxel war in den Gesichtern schon erkennbar. Vielleicht sollte man aber jetzt die Rotkehlchenstiege in Rotköpfchenstiege umbenennen…

Ja, das ist jetzt die Rotkehlchenstiege…

 

 

Nach einem ersten Picknick war die Moral der Truppe auch schon wieder hergestellt und zum Tirilieren fanden sich auch ein paar passende Plätze mit Blick auf die Felsklippen. Eine herrlichere Bühne lässt sich wohl kaum finden, den anderen Wanderern zur Freude.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So wurde die Tour zum Genuss, mit wunderbaren Ausblicken, Mußemomenten und Zeit für Gespräche. Also ein Ereignis, das unbedingt wiederholt werden sollte.

Abschied aus den Schrammsteinen

 

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Süßer die Glocken nie klingen

Man hätte ja gar nichts zu erzählen…

Und dabei fing alles so gut an. Das Einsingen lief prima, alle waren motiviert, die Sonne schien und das Publikum hatte sich unter dem Luther festgesetzt.

Mitten in „Sur le pont d’Avignon“ erschall plötzlich der eindringliche Ruf nach den Gläubigen in Form des achtstimmigen Geläuts der Frauenkirche – volle 10 min. Aber wer würde schon den Spurt von Klotzsche zur Frauenkirche innerhalb von 10 min. schaffen?

 

 

Aber wir wollen nicht an den Traditionen rütteln, zumal Glocken in der Mythologie auch böse Geister fernhalten. Das hat ganz sicher funktioniert.

Es handelte sich hörbar um das tägliche Einläuten am Abend, welches mit den einzelnen Glocken von klein (Dankglöckchen „Hanna) nach groß (Friedensglocke „Jesaja“) erfolgt. Im Höhepunkt hört man dann tatsächlich ein Zusammenläuten aller 8 Glocken. Toll 😉

Einfach einen Auftritt auf dem Neumarkt zu Dresden wäre wohl etwas zu einfach. Trotzdem war es wirklich schön. Die Bühne lag auf dem herrlichsten Platz von Dresden – unserer „Puppenstube“. Schon allein das machte das ungeplante Zwischenspiel wett.

Wir untermalten die Bimmelei einfach mit „Tourdion“. Wir passend! Ein Liedlein, welches ursprünglich ein lebhafter Springtanz war und für uns einfach ein (Wein)Trinklied bei dem sich der Chor schon mal im Rhythmus wiegt.

Der Auftritt, nun leicht gekürzt, kam dennoch prima beim Publikum gut an.

Bei der nächsten Féte ist der Singt-Pauli-Chor wieder dabei. Man weiß ja nie was passiert…

Aber jetzt genießen wir erst einmal einen herrlichen Sommer und sehen uns zum Hechtfest im August wieder.

 

 

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Vom Winde verweht, die klingende Stadt?

Der Wind hat es wohl nur gut gemeint. Gewöhnlich trägt er wohlklingende Töne in die Welt hinaus…

Nun ja, sehen wir es ihm nach, dass er es uns damit nicht ganz leicht gemacht hat, unser Publikum zu beglücken. Aber Publikum war gut vorhanden! Wir waren es sogar wert, dass fremde Smartphones gezückt wurden, um uns für die Ewigkeit in die Technik zu pressen.

Liebe Singt-Paulis, es war wieder eine besondere Freude, mit Euch dieses kleine Auftrittchen zu meistern.

Dann auf ein Neues, am 21. Juni um 17.30 auf der Bühne am Neumarkt                 zur Fête de la Musique

 

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